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Die Siegessäule in Berlin: Daten Fakten und Geschichte

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Daten und Fakten zur Siegessäule in Berlin


    Entwurf der Bronze Reliefs

    Moritz Schulz: Preußisch-Dänischer-Krieg, Südseite
    Alexander Calandrelli: Deutsch-Dänischer-Krieg, Westseite
    Karl Keil: Deutsch-Französischer-Krieg, Ostseite
    Albert Wulf: Einzug der Siegreichen Truppen, Nordseite

    Künstler des Glasmosaiks:
    Entwurf: Anton von Werner
    Gefertigt und angebracht von: Antoio Salviati

    Eine Erklärung der Bronze-Reliefs und des Mosaiks finden Sie weiter unten auf den jeweiligen Fotos.

Höhe und Abmessungen der Siegessäule

  • Flächenangabe der Viktoria-Bronzeskulptur: 200 qm

Gewicht Angaben zur Siegessäule

  • Bronzeskulptur Viktoria: 35 - 40 Tonnen
  • Stützsäulen der Säulenhalle je ca.: 9 Tonnen

Verwendetes Baumaterial an der Siegessäule

  • Viktoria: Bronze mit Blattgold verziert
  • Sockel: Schwedischer Granitstein rot poliert
  • Treppenaufgang: Grauer schlesischer Granit
  • Stützsäulen: Aus monolithischen poliertem rotem Granitstein
  • Material der vier Säulentrommel: Obernkirchener Sandstein
  • Verzierungen: Geschützrohre, Girlanden, goldene Kastendecke, Glasmosaik, Bronzereliefs und Kapitellen

Die drei Denkmäler an der Siegessäule

Otto von Bismarck 1815 - †1898

  • Entwurf: 1897 von Reinhold Begas
  • Den Leoparden erschuf: August Gaul
  • Einweihung: 1901 vor dem Reichstaggebäude
  • Umsetzung zum Großen Stern: 1938
  • Enthaltene Skulpturen: Otto von Bismark, Atlas mit Weltkugel, Sibylle auf einer Sphinx , Germania mit Leoparden, Siegfried als Reichsschmied.
  • Denkmalhöhe: 15 Meter
  • Denkmalbreite: 20 Meter
  • Denkmaltiefe: 12 Meter
  • Höhe der Bismarck Skulptur im Waffenrock: 6,60 Meter
  • Material der Skulpturen: Bronze
  • Material des Sockels: Rot polierter Granit

Albert Roon 1803 - †1879

  • Bildhauer: Harro Magnussen
  • Höhe des Denkmals: 11 Meter
  • Einweihung: 24. Oktober 1904 auf den Königsplatz vor dem Reichstagsgebäude
  • Bildgießerei: Marin & Plitzing, Berlin
  • Material: Bronze

Helmut Moltke 1800 - †1891

  • Bildhauer: Joseph Uphues
  • Höhe des Denkmals: 11,50 Meter
  • Höhe des Standbildes Moltke: 5,50 Meter
  • Einweihung: 1905 auf den Königsplatz vor dem Reichstagsgebäude
  • Material: Carrara Marmor

Geschichte der Siegessäule

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Nach dem Sieg der Preußen und Österreicher über Dänemark ordnete König Wilhelm I von Preußenden im Dezember 1864 den Bau eines Denkmals an. Im April 1865 wurde der Grundstein für die Siegessäule gelegt. Es wurden damals erst mehrere Modelle entworfen. Bei der Planung wusste noch keiner welche Bedeutung das Schicksal diesem Auftrag zuweisen würde. Denn nach zwei weiteren Kriegen gegen Österreich 1866 und Frankreich 1870/71, wurde die Siegessäule das erste Nationaldenkmal des Deutschen Reiches. Aufgrund zahlreicher Ereignisse aus der damaligen Zeit wurde die Planung der Siegessäule mehrfach erweitert. Die Bronzeskulptur "Viktoria"  wurde aufgrund der letzen Siege dem Bauwerk aufgesetzt.

Die Siegessäule wurde zum dritten Jahrestag nach der siegreichen Schlacht bei Sedan (Frankreich), an einem Dienstagmorgen gegen 11:05 Uhr am 02.09.1873 in Berlin eingeweiht. Es war der nationale Feiertag des Deutschen Reiches, allerdings war zu diesem Datum, trotz aller Anstrengung, dass gerade neu enthüllte Bauwerk noch nicht ganz fertig gestellt. In der Säulen-Rundhalle waren nur die Kartons von "Anton von Werner", statt des Mosaiks angebracht worden, aber an einem so Denkwürdigen Tag war das sicher nicht tragisch gewesen und hatte bei der
Enthüllung des Denkmals kaum die Begeisterung der Anwesenden beeinträchtigt.
Bis zum Jahre (1918) feierten die Berliner am jeden 2. September im Jahr den Sedantag.

Durch den Sieg der Belle Alliance (1815) bei Waterloo,  wurden die von, Christian Daniel Rauch geschaffenen Victoria-Skulpturen in Berlin, die schon früher seit ca. (1840) auf Säulen stehen, Vorbild dieser Siegessäule. Eine Steht im Schinkel Pavillon (Charlottenburger Schlosspark), die andere beim Halleschen Tor (Mehringplatz). Allerdings ist die Viktoria der Siegessäule die größte, schwerste und bekannteste Viktoria in Berlin.
Und nach der Sanierung 2010 sicherlich auch wieder die schönste . Nicht umsonst strömen jährlich viele Touristen zu Ihr hin um in ihrer Nähe die schöne Aussicht auf den Tiergarten zu genießen. Die große runde Säulenhalle mit den 16 Stützsäulen, wo sich das Mosaik-Kunstwerk befindet, wurde vom Aussichtspavillons " Große Neugierde" , die schon (1835) von "Karl Friedrich Schinkel" erbaut wurde,  hier in etwas abgewandelter Form mit eingebunden. Auch dieser Pavillon "Große Neugierde" wurde 1905 bereits einmal versetzt, wenn das mal kein Zufall ist. Siehe Artikel: Große Neugierde Wikipedia

Die Siegessäule soll an die siegreichen Waffengänge Preußens gegen Dänemark (1864), Österreich (1866), Frankreich (1870/71), und an die nachfolgende Reichsgründung im Jahre 1871 erinnern. Als Reichsgründung wird der Zusammenschluss verschiedener unabhängiger Staaten, zu einer staatlichen Einheit bezeichnet. Szenen aus dieser Zeit sind auf den Bronzereliefs am Sockel und auf dem Glasmosaik zu finden. Manchmal wird bei einer Besichtigung der Siegessäule der Grundstein gezeigt, der das Datum 18.April 1865 trägt. Durch einen nur 1,60 Meter hohen Gang, der leider oft durch ein Gitter versperrt ist gelangt man zu diesem Stein. Die Monument Tales GmbH, die von einigen Historikern gegründet wurde, hat die Siegessäule derzeit unter Pachtvertrag. Die Siegessäule steht unter Denkmalschutz. Sie ist ein Muss für jeden Berlin-Besucher! Es sind mehrere Umstände dafür verantwortlich das dieses Denkmal überhaupt noch steht und nicht spätestens nach dem zweiten Weltkrieg
den Erdboden gleich gemacht wurde. Die Siegessäule ist heute nicht nur ein Denkmal das an die damalige Zeit erinnert - sie ist mittlerweile so mit Berlin verwachsen, dass man sich Berlin ohne Sie überhaupt nicht mehr vorstellen kann.

Nationalsozialismus

Die Siegessäule stand bis 1938 unmittelbar vor dem Reichstag-Gebäude, dem heutigen "Platz der Republik". Wegen Planung der Reichshauptstadt "Germania" und einer Nord-Süd-Achse, die sich vom Gleisdreieck über die Spree nach Norden erstrecken sollte, wurde die Siegessäule (1938/39) auf dem großen Stern im Tiergarten umgesetzt. Sie stand dem damaligen deutschen Generalbauinspektor "Albert Speer" im Weg, weil er ein riesiges Areal auf den damaligen Königsplatz für Aufmärsche plante. Damit die Wirkung der Siegessäule auf den neuen Standort besser zur Geltung kommt, ließ "Albert Speer" eine vierte Trommel von 7,50 Meter dem Bauwerk aufsetzen. Auch der untere Granitsockel wurde verbreitert. Die im Tiergarten neu aufgestellte Siegessäule sollte ein weit reichend sichtbares Wahrzeichen für die neu ausgebaute Ost-West-Achse und die vergrößerte Charlottenburger Chaussee darstellen. Zusammen mit den am nördlichen Rand neu aufgestellten Denkmälern: Bismarck, Moltke und Roon, schuf Albert Speer das heutige Bild des 1918 untergegangenen Kaiserreichs.

Kriegsende 1945/46

Die Siegessäule hatte den Krieg bis auf mehrere Einschusslöcher im Granitsockel, die noch heute die Siegessäule zieren, soweit schadlos überstanden. Allerdings waren die vier Bronzereliefs demontiert worden, wovon drei verschwanden. Die Siegessäule soll auch von den Soldaten der Alliierten gern als Fotokulisse hergehalten haben. Wer aufmerksam hinsieht kann noch die Graffiti-Reste aus dieser Zeit, die in kyrillischer Schrift dort verewigt wurden, entdecken. Diese befindet sich an der Türlaibung zum Raum. Weil die Siegessäule damals im englischen Gebiet lag, wollten die Franzosen 1946 die Säule sprengen lassen. Aber da es bei den verschiedenen Kommandanten der Besatzungsmacht keine Einigung gab und der Magistratsrat auch nicht zustimmte, blieb die Entscheidung über eine Sprengung aus. Jedoch wurde dem Wunsch entsprochen, dass die Franzosen Ihre Fahne (Trikolore) über der Viktoria hissen durften, die bis zum Ende der Blockade 1948 dort zu sehen war. Später, in den achtziger Jahren, entdeckte man in Paris die drei Bronze-Reliefs wieder. Diese wurden 1984 und zur 750-Jahr-Feier 1987 an Berlin zurückgegeben und wieder am Sockel angebracht.

RZ-Anschlag auf die Siegessäule

Von der terroristischen (RZ) wurde am 15. Januar 1991 ein Sprengstoffanschlag auf die Siegessäule verübt. Es wurde ein zwei Kilogramm schwerer Sprengsatz an der Aussichtsplattform angebracht. Dessen Explosion hatte eine kleine Beschädigung an einem Stützpfeilers herbeigeführt weil die Bombe nicht vollständig zündete. Es befand sich zum Zeitpunkt der Explosion jedoch niemand auf der Aussichtsplattform und Menschen wurden dabei nicht verletzt.

Säulenschaft / Geschützrohre der Siegessäule

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Die vier Trommeln (Säulenschaft), die ursprünglich drei waren, wurden aus Obernkirchener Kalksandstein hergestellt. Der Sandstein von Obernkirchen ist ein sehr beliebtes Baumaterial von hoher Qualität und besitzt eine gelblich-graue Farbe. Auch das "Weiße Haus" in Washington wurde mit diesem Baumaterial gefertigt. In den Kannelierungen, (so werden die Rillen die sich mehrfach rundum an der jeweiligen Trommel in den Stein graben genannt), wurden Geschützrohre und Girlanden verbaut. Jede einzelne der drei Sandstein- Trommeln beherbergt die erbeuteten Kanonenrohre des jeweils geführten Krieges die sich je Trommel in ihrer Größe unterscheiden. Zusätzlich wurden diese noch mit Girlanden verziert. Bei der letzten Trommel, die erst 1938/39 hinzukam, wurden nur Girlanden als Verzierung verbaut. Über die Aussichtsplattform steht Viktoria auf einem runden Podest das auch aus Sandstein besteht. 

Die Viktoria auf der Siegessäule

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Viktoria besteht aus Bronze und ist 8,30 Meter groß, Ihr Gewicht beträgt 35 Tonnen. Ihr Gewandt wird vom Wind aufgewühlt. Weil sie den Preußischen Adlerhelm trägt stellt sie zugleich auch Borussia dar. Der Name Borussia steht auch für das ehemalige deutsche Königreich Preußen. Aber für viele Berliner ist Viktoria heute der Freiheitsengel. Damals wurden ca. 200 qm Blattgold verwendet, was der Skulptur ihre glänzende goldene Farbe verleiht. Friedrich Dracke erschuf sie nach dem Bild seiner Tochter Margarethe. Er soll durch Kaiser Wilhelm I mit 21.000 Talern für die Erschaffung der Viktoria verpflichtet worden sein. Die Berliner nennen sie auch Gold-Else. Viktoria blickt vom Großen Stern Richtung Westen nach Frankreich.

Sie hält einen Lorbeerkranz in der rechten Hand, dieser Lorbeerkranz steht für Ehre und Auszeichnung und kommt auch häufig in Wappen zur Anwendung. Weiterhin trägt sie einen adlergeschmückten Helm auf dem Kopf. In der linken Hand hält sie das Feldzeichen mit dem Eiserner Kreuz. Das Feldzeichen ist Symbol für Ehre, Gemeinschaft und wurde zur Befehlsorientierung im gemeinsamen Kampf eingesetzt. Viele Jahrhunderte mussten vergehen bis die heutige uns bekannte Viktoria in Berlin auf den Brandenburger Tor, nach den Befreiungskriegen als Göttin des Friedens, die den Triumpfwagen lenkt, einkehrte. 1814 erhielt die Göttin des Friedens ein Siegeszeichen in der Hand. Das von "Karl-Friedrich-Schinkel" entworfene Eiserne Kreuz, machte die Göttin des Friedens zur Viktoria. In Berlin finden wir viele Viktorien u.a. auf dem Brandenburger Tor, unterhalb des Giebels der Neuen Wache und auf der Schlossbrücke. Das sind aber lang noch nicht alle!

Mythologie

In der römischen Mythologie ist Viktoria die Siegesgöttin und Schutzgöttin des römischen Kaisers. Sie ist verwandt mit der griechischen Göttin "Nike", beide werden mit Flügeln dargestellt. Die Geschwister von Nike sind, Zelos, Bia und Kratos. Alle vier halfen gemeinsam Zeus bei seinem Kampf gegen die Titanen. Die bekannteste von diesen ist jedoch Nike. Sie ist auch als Statue aus dem Jahr 190-200 vor Christi bekannt und wurde im Heiligtum der Kabiren auf der griechischen Insel Samothrake gefunden.

 

Die Aussichtsplattform der Siegessäule

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Die achteckige Aussichtsplattform erreicht man über eine Wendeltreppe mit 285 Stufen, die nach oben hin schmaler wird. Das merkt man besonders, wenn einem die Besucher von oben entgegen kommen, da wird es mit dem Vorbeilaufen schon mal ein wenig eng. Nach der Restaurierung (Sanierung) soll es wohl etwas besser werden mit dem Vorbeikommen, mal sehen ob das stimmt. Dennoch der Aufstieg lohnt sich! Wer nicht die 285 Stufen auf einmal erklimmen kann, der hat die Möglichkeit sich zwischendurch auf Bänken, die jeweils auf drei Ebenen verteilt sind, auszuruhen, so war es zumindest vor der Sanierung. Von dort oben hat man einen herrlichen Blick auf den Tiergarten. Mann sieht das Brandenburger Tor, das Reichstagsgebäude und auch den Funkturm in Richtung Charlottenburg. Aber es gibt noch viel mehr dort zu sehen. Die Aussichtsplattform ist gut gesichert, und man bracht sich um Kinder keine Sorgen machen. Diesen Aufstieg sollte sich kein Berlin-Besucher entgehen lassen!

Einstrittspreis 2,50 Euro, Ermäßigt 1,50 Euro, Stand 19.05.2008

Die Säulenhalle der Siegessäule

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Die Säulenhalle befindet sich direkt über dem Sockel und wird von 16 Granitsäulen die eine Länge von 4,7 Metern haben getragen. An der Decke ist ein weiteres Kunstwerk, eine Art vergoldete Kassettendecke zu sehen. Die einzelnen Säulen sind am oberen Ende mit einen Kapitell verziert. Einige Säulen haben ein paar kleinere Schusslöcher aus dem damaligen Krieg zurückbehalten. Hier lässt sich gut verweilen besonders diejenigen die von Höhenangst geplagt sind kommen hier zwischen den Säulen auf ihre kosten. Auch was die Aussicht betrifft kann man vor hier schon so einiges von der Siegessäule aus sehen und man hat einen schönen Blick zum Brandenburger Tor.

Das Glasmosaik der Siegessäule

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Hier auf den Bildern finden Sie eine kurze Erklärung was das Mosaik erzählt.

Das Glasmosaik entstand im Zusammenhang mit der Straßendekoration zum Einzug der Truppen in Berlin. Der Maler "Anton von Werner"
hatte damals vier Leinentücher mit der Aufschrift: Herausforderung, Waffenbrüderschaft, Der Deutsche Kaiser und Das neue Reich entworfen,
die Er über die Strasse spannte. Die darauf enthaltenen Themen sollen fast identisch mit denen des Glasmosaiks gewesen sein.
Wilhelm I hatte damals auf dem Leinentusch die drastische Darstellung des in den Staub geworfenen Napolion III beanstandet. Deshalb nahm Wilhelm wohl auch später Einfluss und hatte die Geschichte des Glasmosaiks von der Siegessäule vorgegeben. Diese wurde von "Anton von Werner" gezeichnet und von "Antonio Salviati" in Venedig gefertigt und angebracht. Das Thema ist die Rückwirkung des Kampfes gegen Frankreich
und die Einigung bis zur Schaffung des Deutschen Kaiserreichs. Weil Kaiser Wilhelm I nicht selbst auf dem Thron abgebildet werden wollte,
hatte "Anton von Werner" dort Germania vor dem Thron gestellt. Sie nimmt anstelle Wilhelm I die ihr gereichte Kaiserkrone entgegen. Im Mittelalter und bis ins 19. Jahrhundert wurden Länder gerne als Personen dargestellt. Germania war zu dieser Zeit das Sinnbild Preußens was dieses
Mosaikfries wiederspiegelt. Die ganze Geschichte endet am Zenit mit Reichsgründung und findet mit dem Mythos das Kaiser Barbarossa aus seinem beinahe tausendjährigen Schlaf erwacht, (weil sein vergangenes Reich neu gegründet wurde) ihr Ende.

Sockel der Siegessäule

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Der Sockel der Siegessäule an dessen Wänden sich auch die Bronze-Reliefs befinden, hat eine Höhe von 7,2 Meter und wurde aus rotem schwedischen Granitstein gefertigt. Dort befindet sich auch der Eingang der zur Kasse und zu den Informationsräumen der Siegessäule führt. Hier findet man die Geschichte zur Siegessäule und weitere Sehenswürdigkeiten als Modell im Kleinformat. Danach gelangt man zu einer Wendeltreppe - die den Weg zur Säulenhalle und zur Aussichtsplattform ermöglicht. Der Sockel hat im Quadrat eine Breite von
18,8 Meter, er wurde damals nach der Umsetzung verbreitert damit die Siegessäule besser ins Bild der Umgebung passte weil das
gesamte Bauwerk um 7,5 Meter erhöht wurde.

 

Die vier Bronze Reliefs der Siegessäule

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Hier auf den Bildern finden Sie eine kurze Erklärung was die einzelnen Darstellungen symbolisieren.

An allen vier Sockelseiten befinden sich Reliefdarstellungen. Sie erzählen die Geschichte der Einigungskriege. Die Reliefs wurden damals aus dem Material der eroberten Geschützrohre gegossen, genauso wie auch die Buchstaben am Reichstagsgebäude (Dem Deutschen Volke). Die vier Bronze-Reliefs dokumentieren die Kriegsereignisse jener Zeit und sollen die Geschehnisse wie sie damals stattgefunden hatten wiederspiegeln. Viele kennen die Bedeutung dieser Reliefs nicht, deshalb ist hier eine kurze Erklärung auf den Bilder zu finden was die einzelnen Tafeln wiedergeben. Die nachfolgend genannten Personen sind die Bildgießer dieser Bronzereliefs.

Alexander Calandrelli: Deutsch-Dänischer-Krieg, Sturm auf die Düppeler Schanzen 1866, Westseite
Moritz Schulz
: Preußisch-Dänischer-Krieg, die Schlacht von Königgrätz, 1866 Südseite
Karl Keil: Deutsch-Französischer-Krieg, die Kapitulation der französischen Truppen vor Sedan Ostseite
Albert Wulf: Einzug der Siegreichen Truppen in Berlin, Nordseite


Deutsch Dänischer Krieg (1864)

Preußen und Österreich forderten die dänische Krone auf, die veröffentlichte Novemberverfassung 1863, die eine engere Bindung des Herzogtums Schleswig an Dänemark vorsah, aufzuheben. Im zuvor unterzeichneten Londoner Protokoll von 1852 hatte Dänemark seinerzeit zugestimmt, Schleswig nicht enger als Holstein an das Land Dänemark zu binden. Darüber hinaus beabsichtigte Dänemark, Holstein aus den politischen Geschehen des eigenen Landes wie von Schleswig abzukoppeln. Als Dänemark die Aufforderung Preußens und Österreich nicht nachkommen wollte, marschierten die Preußen in Schleswig ein. Dieser Krieg fand am 30.Oktober 1864 mit dem Frieden in Wien sein Ende. Dänemark musste Schleswig und Holstein sowie Lauenburg an Preußen und Österreich abtreten.

Preußisch Deutscher Krieg (1866)

Obwohl Österreich zuvor noch an Preußens Seite gegen Dänemark gekämpft hatte, ging es jetzt in der Nähe der böhmischen Stadt Königgrätz um die Uneinigkeit der Gebiete (Schleswig und Holstein). 221.000 Preußen kämpften gegen 178.000 Österreicher und deren 21.000 sächsische Verbündete. König Wilhelm I von Preußen gab am Morgen des 3. Juli 1866 den Angriffsbefehl. Nachdem man schwere Verluste zu verzeichnen hatte kamen die Kämpfe zunächst mittags zum Stillstand. Erst die zugestoßene Armee des Kronprinzen "Friedrich" brachte den Preußen den entscheidenden Vorteil, so dass man gegen Abend dieses ereignisreichen Tages den Sieg für sich verbuchen konnte. 30.000 Österreicher, 1.500 Sachsen und 9.100 Preußen hatten bei dieser Metzelei Ihr Leben verloren. 13.000 Mann nahmen die Preußen in Gefangenschaft.

Deutsch-Französischer-Krieg (1870/71)

Durch den Preußischen Sieg 1866 gegen Österreich bauten sich zwischen Frankreich und Preußen enorme Spannungen auf weil sich die Machtverhältnisse zu Ungunsten Frankreichs in Europa entwickelt hatten. Die Frage zur Neubesetzung des königlichen Throns, von Königin Isabella II in Spanien, war der Zankapfel. Als Bismarck für die Veröffentlichung der "Emser Depesche" sorgte, traten die von Bismarck erhofften Ereignisse ein und Frankreich erklärte Preußen den Krieg. Nach einen kurzen Zeitraum, von gerade mal knapp zwei Monaten, endete der Krieg. Am 10.05.1871 wurde in Frankfurt am Main der Friedensvertrag geschlossen. Demnach musste Frankreich 5 Milliarden France an Kriegsentschädigung zahlen und das  Elsass sowie ein Teil Lothringens an Deutschland abtreten.

Einzug der Siegreichen Truppeneutsch

Nach Unterzeichnung des Friedensvertrages am 10.Mai 1871 konnten die siegreichen Truppen am 16. Juni 1871 in Berlin einziehen. Zwischen dem Brandenburger Tor und Lustgarten erstreckte sich eine mit Menschen gefüllte Siegestrasse (via Triumph),  man feierte die Heimkehr der siegreichen Truppen. Jubelnde Menschen darunter zahlreiche Künstler auch „Anton von Werner“ säumten die festlich dekorierte Siegesstrasse, "Unter den Linden" in Berlin.

Die Torhäuser und die unterirdische Gänge zur Siegessäule

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Die Torhäuser der Siegessäule wurden 1938 entworfen und 1956 umgebaut, die Eingangsseiten verfügen über eine kleine Vorhalle die von vier Pfeilern getragen wird. Über die vier Torhäuser, die jeweils über einen Treppenabgang verfügen, gelangt man zu den zwei unterirdischen Tunnelgängen - die den Besucher unter dem Kreisverkehr hindurch direkt zur Siegessäule führen. Die von "Johannes Huntemüller" entworfenen tempelartigen Gebäude bestehen aus Sandstein und begrenzen zugleich die Ost-West-Achse Berlins. Die Tunnelgänge waren von 1970 bis bis Anfang 2010 trotz Beleuchtung sehr Dunkel und es befanden sich immer mehr Schmierereinen an den Wänden. Nach der Restaurierung/Sanierung soll sich dieser Zustand durch eine neue Installation der Lichtanlage geändert haben .

Denkmale von Bismark, Roon und Moltke

Die drei Denkmäler auf der Nordseite der Siegessäule am "Großen Stern", sind sehr eng mit der Geschichte der Siegessäule verbunden. Die Denkmäler standen bis zur Umsetzung der Siegessäule auch auf dem damaligen Königsplatz vor dem Reichstagsgebäude.

Das Bismarck Denkmal

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Es zeigt Bismarck als Hauptfigur der seine Finger und Daumen auf die Urkunde der Reichtstagsgründung legt. In der linken Hand fest im Griff ein Schwert das Pallasch genannt wird. Zu seinen Füßen rechts, Sibylle auf einer Sphinx die in der Chronik auf die Geschehnisse blickt und gleichzeitig Staatsweisheit vermittelt. In der Mitte kniet Altlas mit Weltkugel, der die Kraft und Stärke des neu gerundeten Reiches von 1871 symbolisiert. Zur seiner linken ist Germania zu sehen die mit ihren Füßen einen Leoparden beendigt und damit die Stattsgewalt zum Ausdruck bringt. Im Hintergrund arbeitet Siegfried an einem Schwert als Reichsschmied, Symbol für bezwungene Feinde.. Alle Figuren zu Füßen Bismarcks sollen seine Größe, Kraft, Ausdauer, Staatsweisheit und Entschlossenheit. symbolisieren mit denen er die Länder vereinte. Reinhold Beggas, der Sohn des Malers Carl Joseph Begas, wurde in Berlin von Ludwig Wilhelm Wichmann in seiner Kunst unterrichtet. Bismarck war der erste deutsche Reichskanzler.

Das "Otto von Bismarck" Denkmal in Tiergarten am Großen Stern wurde von "Reinhold Begas", den Kaiser Wilhelm II sehr schätzte, erschaffen. Es wurde 1897-1901 auf den Königsplatz vor dem Reichstagsgebäude errichtet und am 16.06.1901 dort eingeweiht. Das heutige Bismarck Denkmal im Tiergarten entsprich nicht mehr ganz dem Original das damals vor dem Reichstagsgebäude stand. Zwei Wasserbecken mit Springbrunnen, die jeweils einen Halbkreis bildeten und seitlich eingefasst das Denkmal umschlossen fehlen, siehe Foto! Ebenso die Najaden (Wassernymphen) die von (Ludwig Cauer) geschaffen wurden. Außerdem fehlen die sechs Reliefs, die jeweils auf der Vorder- und Rückseite des Denkmals an der unteren Sockel-Mitte angebracht waren. Das Thema auf den ehemaligen Reliefs war die Reichsgründung.

Das Roon Denkmal

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Das Roon-Denkmal wurde 1904 von Harro Magnussen geschaffen, der bei seinem Vater Christian Carl Magnussen, der selbst Maler war, im Zeichnen und Modellieren unterrichtet wurde. Das Denkmal am Großen Stern zeigt Roon mit Verdienstorden wie er zur damaligen Zeit bei seinen Zeitgenossen in Erscheinung trat.

Generalfeldmarschall Albrecht Graf v. Roon führte an Bismarcks Seite die Modernisierung der damaligen Armee durch. Und machte sich bei der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umformungen des deutschen Bundes durch die geführten Kriege und Diplomatie einen Namen. Er wurde für seine Verdeinste von preußischen König mit mehreren Orden ausgezeichnet u.a. mit dem Höchsten den Preußen damals zu vergeben hatte "Schwarzer Adler Orden mit Kette". Seine Leiche wurde später in der Familiengruft zu Crobnitz beigesetzt.

Das Moltke Denkmal

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Das Moltke-Denkmal wurde 1904 von Joseph Uphues geschaffen, der damalige Schüler von Rheinhold Begas, verleihte dem Grafen-Moltke in seinem Standbild die starke Persönlichkeit indem er alle Beifügungen wie dekoratives Heldentum beiseite ließ. Er konzentrierte sich dabei ganz auf die Ausstrahlung Moltkes. Die ausgeglichene Haltung mit einem sehr markantes Gesicht das in die Ferne schweift bringt der Skulptur die gewisse Ausstrahlungskraft was seine geistige Persönlichkeit zum Ausdruck bringt. Im Wappen auf dem Sockel finden wir seine Worte (Erst wägen dann wagen) wieder. Das Denkmal sollte damals eingendlich zu seinem 100. Geburtstag eingeweiht werden jedoch wurde es erst 1905 vor dem Reichstag enthüllt.

Helmut Graf v. Moltke führte die preußische Armee in den Kriegen gegen Dänemark, Österreich und Frankreich und war Generalfeldmarschall und Chef des Generalstabs der (8) Armee. Er selbst war ein geschätzter Kriegsstratege der die Bedeutung der damaligen Einsenbahn als Transportmittel für Aufmärsche größerer Armeen als erster erkannte. Er war stark an die Ausarbeitung von Kriegsplänen beteiligt und erhielt nach dem Sieg gegen Frankreich für seine strategischen Verdienste den Titel eines Grafen. Seine Worte waren: Erst wägen dann wagen, diese Weisheit findet man auch heute noch auf dem Wappen des Denkmal-Socckels. Für seine früh verstorbene Frau die nur 43 Jahre alt wurde baute er ein Mausoleum das noch heute existiert. Er selbst erreichte ein hohes Alter und starb erst mit neunzig Jahren in seiner Wohnung in Berlin. Seine sterblichen Überreste gingen zum Kriegsende 1945 verloren.

Veranstalltungen an der Siegessäule

Von 1989 - 2006 fand jährlich an der Siegessäule die bekannte Loveparade, eine groß angelegte Techno-Veranstaltung mit ca. 11 Millionen Besuchern, statt. Die jedoch in den Jahren 2004 und 2005 eine Pause einlegte, und das letzte mal 2006 in Berlin an der Säule stattgefunden hat. Hier Nach dem tragischen Ereignissen in Duisburg 2010, wo viele Menschen zu Tode kamen wird die Loveparade vorerst wohl in den nächsten Jahren nicht mehr veranstalltet werden.

Die Siegessäule war und ist Kulisse für viele Veranstaltungen in Berlin, ob Silvesterparty oder bei der Fußball-Weltmeisterschaft bis hin zum internationalen Radrennen. Das Live 8 Konzert unter dem Motto "Make Poverty History" gegen Armut fand am 02.Juli 2005 vor der Siegessäule statt. Die Menschen- Massen standen an diesem Sommertag bis hin zum Brandenburger Tor um das geschehen auf den Bühnen zu verfolgen.

Am 24.07.2008 hielt hier der amerikanische Präsident Barack Obamer seine Wahlkampfrede und gewann die Präsidentschaft die ihm  im Januar 2009 zum ersten schwarzen Präsidenten von Amerika machte. Man darf also auch in Zukunft davon ausgehen das an diesem Wahrzeichen noch viele weitere Großveranstalltungen stattfinden werden.

 

Restaurierung der Siegessäule

Die Sanierung der Siegessäule haben wir zum Anlass genommen auch hier die Seite neu zu gestallten, zum Sommer 2011 wollen wir Ihnen hier neue Bilder von der Sanierung liefern und über unseren ersten Eindruck berichten. Die älteren Bilder von der Siegessäule bleiben jedoch hier erhalten.

 

Beginn der Sanierung an der Siegessäule

Die Restaurierung wurde am 04.01.2010 mit dem Einrichten der Baustelle eingeläutet und kann sich je nach Umfang und Witterungs-verhälltnissen bis Ende 2011 hinziehen. Wobei das meiste zu Ostern 2011 fertig gestellt sein soll. Für die ganze Sanierung stehen Mittel von ca. 4,3 Millionen Euro zur Verfügung, die vom Land, Bund und aus der EU kommen. Ich kann mir aber durchaus vorstellen das es etwas teurer werden kann. Schließlich verschlingt so ein  Vorhaben viel Geld wenn man eine vernünftige Restaurierung ohne großartige Kompromisse durchgeführt haben will. Die Sanierung umfasst die Bauteile der Siegessäule deren Torhäuser die unterirdischen Gänge sowie die Denkmäler Bismarck, Roon und Moltke. Geplant ist außerdem eine Verbesserung der touristischen Erschließung. Wobei die Reinigung und Ausbesserung von Steinen, Marmor, Fugen und Reliefs wohl die meiste Zeit der Sanierung beanspruchen wird. Eine bessere Beleuchtung in den derzeit dunkelen Tunneln wird installiert und auch in den Sockelräumen soll eine neue Belüftungsanlage eingebaut und der Fußboden repariert werden. Eine Neuorganisation für den Besichtigungsrundgang und eine geringfügige Verbreiterung im oberen Treppenbereich sollen den Besuch des Bauwerks künftig angenehmer machen. Man hat sich hier viel vorgenommen und wir alle
dürfen gespannt sein - wie unsere Siegessäule künftig im neuen Glanz am Großen Stern, die Blicke auf sich zieht.

Die Vorbereitung und die Verhüllung

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Bilder mit freundlicher Genehmigung
der Firma: AF-FIX Werbegesellschaft mbH

Schon das Einrüsten war nicht einfach gewesen und musste sorgfältig geplant werden, es stelle sich die Frage - wie soll die Siegessäule während der Sanierung aussehen. Man entschied sich dafür das Bauwerk mit einer riesengroßen bedruckten Plane zu umhüllen um das Denkmal nicht ganz vor den Touristen verbergen zu müssen. Damit  immer noch der Eindruck einer Siegessäule, wenigstens einigermaßen erhalten bleibt, was ich selbst als gute Idee bewerte. Die Verhüllung wurde von der Fachfirma: AF-FIX Werbegesellschaft GMBH in Potsdam gedruckt und angebracht. Es wurden dafür zwei Konzepte entworfen die während der Sanierung den Anblick der eingerüsteten Siegessäule verschönern sollen. Das Material für den Druck wurde von der Firma "Julius Heywinkel GmbH" produziert.

Für eine komplette Verhüllung wurden 3.738 qm bedruckte Planen aus Netzvinyl gebraucht, diese wurden von 8 Fachmännern innerhalb von 30 Stunden dort angebracht. Das erste Konzept nannte sich "be Durchblick" und zeigte das Bauwerk transparent, man bekam einen Eindruck wie die Siegessäule auch von innen ausschaut vermittelt. Am 11 August 2010 bis 20. September 2010 wurde der zweite Entwurf "Berlin, dein Gesicht" der 204 Berliner in Übergröße zeigte dort angebracht. Damit wurden Berliner-Bürger - die sich für ihr gesellschaftliches Engagement verdient gemacht haben ausgezeichnet. Schön das solche Leute auch mal auf diese Weise ins Licht der Öffentlichkeit gerückt wurden. Vorrausgegangen war ein Wettbewerb wo man sich für die Darstellung auf der Siegessäule bewerben konnte. Danach wurde wieder das erste Konzept dort angebracht. Die Kosten für die gesamte Verhüllung einschließlich der Kampagnen wurden mit netto 200.000 Euro für das Jahr 2010 kalkuliert. Das Endergebnis der Gesamtkosten liegt derzeit noch nicht vor. Bis die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind und die Planen wieder entfernt werden, kann man mit diesem Anblick leben, was wir ja schon von Bebelsplatz her kennen.

Restaurierung der Viktoria

Allein die Sanierung der 8,30 Meter hohen Statue ist sehr aufwendig gewesen, schon die vorangegangene Reinigungsarbeit war eine Herausforderung, die mit zarten Drahtbürsten und Skalpellen durchgeführt wurde. Viele Schrauben wurden erneuert und die Hinterlassenschaften der Vögel mussten zunächst beseitigt werden, erst Jetzt konnte der gelbe Korrosionsschutz aufgetragen werden. Diese Schutzschicht sorgt außerdem dafür,  dass unsere Viktoria - die immer den täglichen Witterungsbedingungen ausgesetzt ist, bei eventuellen Goldverlust nicht gleich wie eine alte versteinerte Jungfrau ausschaut, sondern immer noch nach Jahren die goldene Farbe beibehält. Obwohl das meiste Blattgold vor der Restaurierung schon nicht mehr vorhanden war, erschien Sie uns wie gewohnt in goldener Pracht, bis auf die Tatsache das die Leuchtkraft nach all den Jahren stark nachgelassen hatte. Es ist ja auch schon immerhin 30 Jahre her als das letzte mal dort Hand angelegt wurde. Nun hat unsere Goldelse ein neues Kleid bekommen, die insgesamt 200 Quadratmeter große Statue-Fläche wurde mit neuen 90x90 Millimeter Blattgold verfahren vergoldet. Jetzt kann Sie wieder richtig in der Sonne glänzen und sieht einfach besser aus als jemals zuvor. Schon allein das ist ein Grund - Berlin mal wieder zu besuchen.

Zum Vergolden wurde ein Material der Firma Noris-Blattgold verwendet. Insgesamt sollen 1,2 Kilogramm Blattgold verarbeitet werden. Um dieses zarten Material aufzutragen -  musste die Viktoria sogar beheizt werden. Denn in dieser Höhe herrschen um die Jahreszeit andere Temperaturen, die Winde die durch das Gegrüßt fegten machte die Aufgabe nicht gerade leichter. Schließlich dürften die zarten Goldblättchen nicht zerknittert aufgetragen werden. Wenn man den derzeitigen Goldpreise, von etwa  340,00 Euro für ein nur 10 Gramm-Barren  berücksichtigt, ist allein das Blattgold sehr teuer gewesen, von den Arbeiten ganz zu schweigen.  Da soll mal einer Sagen das Berlin kein Geld hat, das stimmt zwar auch, aber die Restaurierung war lange überfällig und schließlich lebt die Stadt Berlin ja auch vom Tourismus was selbstverständlich die Siegessäule stark mit einschließt. Sie ist eines der wichtigsten Symbole Berlins, ich selbst möchte sie nicht missen. Es ist einfach immer wieder überwältigend auf dieses Bauwerk zuzufahren und dort hochzuschauen, aber zurück zum Thema. Lutz Senninger heißt der Mann der an der Vergoldung arbeitet, jedes kleine Goldblättchen soll laut Berliner Zeitung genau 1, 52 Euro kosten und 200 Quadratmillimeter groß sein. Dabei fällt mir auf - wir hatten doch von 90x90 gesprochen, naja wollen wir mal nicht so kleinlich sein, ich habe diese Dinger auch nicht gemessen. Vielleicht ist die Angebe inkl. Stützpapier gemeint, wo das Gold aufliegt. 

Restaurierung der Torhäuser

Es sollen die vier Torhäuser, die als Zugang zur Säulenmitte dienen vom Graffiti befreit werden und die unterirdischen Gänge eine bessere Beleuchtung erhalten, wer die alten Bilder hier sieht, die ich übrigens mal im Sommer erneuern will, der versteht sicher - das es nicht gerade
sehr einladend gewirkt hat wenn man dort hinunter stieg. Deshalb bin ich mal gespannt wie das später ausschaut. Die Wende sollen mit Graffiti-Schutzfarbe gestrichen werden, es würde mich persönlich freuen wenn die Wände künftig von Schmierereien befreit blieben, bin gespannt wie lange das gutgeht. Natürlich soll auch der Treppenaufgang in der Siegessäule gereinigt und neu gemacht werden. Dann wird es wohl mit den 2,50 Euro Eintritt für Erwachsene vorbei sein, schätze ich. Dafür bekommt der Tourist und die Berliner eben ein sauberes und hoffentlich schönes neues Denkmal präsentiert, dafür gebe ich gerne etwas mehr aus, wenn es dann Sauber bleibt. Die Einschusslöcher an den Granitsäulen und andere Kriegsmerkmale will man allerdings so belassen, als eine Art Historisches Ereignis, was sicher sehr vernünftig ist, der Besucher will sich ja auch etwas Zurückversetzt fühlen wenn er oben in die Säulenhalle zwischen den rot polierten Granitsäulen verweilt und die Spuren jener Zeit entdeckt.

Restaurierung der Innenräume an der Siegessäule.

Die inneren Wände der Siegessäule sind während der Jahrzehnte immer wieder mit Graffiti, Kugelschreiber, Füller und anderen Materialien verschmiert worden. Auch das soll jetzt bei der Restaurierung beseitigt werden. Man kann sich nicht vorstellen wie viel Arbeit es macht, derartige Schmierereien zu beseitigen. Auch das viele Geld was die Beseitigung kostet könnte besser verwendet werden. Es würde die Stadt Berlin, aber auch die vielen Besucher sehr freuen - wenn das in Zukunft ausbleibt. Machen Sie lieber mit Ihrer Familie, Freunden oder Klassenkameraden ein schönes Foto vor der Siegessäule - das sollte als Beweis ausreichen das Sie dort gewesen sind, anstatt die Wende zu beschmieren. Hier mal ein paar Fotos wie es vor der Sanierung ausgesehen hat, war wirklich kein schöner Anblick.

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Restaurierung des Glasmosaiks an der Siegessäule

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Bilder mit freundlicher Genehmigung der Fa. Dyroff, Schmiedberg

Das Glasmosaik wurde von der Mosaik-Fachfirma: Dyroff aus Schmiedeberg dürchgeführt. Die Firma hat schließlich jahrelange Erfahrung auf dem Gebiet der Mosaikrestaurierung. Die Arbeiten am Mosaik haben mit vier Mann in der letzten Septemberwoche 2010 begonnen und ganze 14 Tage in Anspruch genommen. Das gesamte Glasmosaik wurde mit Mikrodampfstrahlgerät und feinen Bürsten vom Straßendreck befreit. Ablagerungen die sich wärend der Jahre dort niedergelegt hatten wurden fein säuberlich entfernt. Fehlende Smalten wurden mit italienischen Smalten ergänzt. Lose Smalten wurden gefestigt, Risse wurden geschlossen und Hohlbereiche hinterfüllt. Außerdem wurden fehlende Goldschichten mit neuem Blattgold ergänzt. Wer sich die Fotos anschaut - der kann sich wohl vorstellen wie viel Zeit allein die Reinigung gekostet hat. Es wurde eine komplette Restaurierungsdokumentation von der Firma Dyroff erstellt.


Der Artikel "Sanierung" befindet sich noch in Bearbeitung, stand 01.03.2011

Danksagung

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AF-FIX Werbegesellschaft GMBH
Berlin Partner GMBH
Senatskanzlei Berlin
Klaus-Peter Dyroff, Mosaik-Kunst

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